#5 Das Flachdach – Worauf es ankommt…

09 August 2018| News| Mareike Eckhoff


Einmal monatlich geben wir in unserer Reihe „Ein Gartenhaus für die Ewigkeit“ wichtige Tipps rund um den Gartenhaus-Bau. Unsere Architekten und Holz-Spezialisten erklären, wie ein langlebiges Gartenhaus im Detail aussehen sollte. Von der Materialwahl bis hin zur Fertigstellung wird alles erläutert. Werden auch Sie zum Holz-Gartenhaus-Experten!


Welchen Dachtyp bevorzugen Sie für Ihr Gartenhaus? Diese Frage lässt sich gar nicht so einfach beantworten. Natürlich ist die Optik ein wichtiges Entscheidungskriterium, doch gibt es zusätzliche Aspekte, die Sie bei der Wahl eines geeigneten Daches berücksichtigen sollten. Welchen Witterungsverhältnissen wird Ihr Gartenhaus ausgesetzt? Welche Vor- und Nachteile hat welcher Dachtyp? Wie sieht es mit dem Aufbau des Daches aus? Welche Dacheindeckung ist möglich?

Bereits vor Baubeginn, also in der Planungsphase, sollten Sie sich ausgiebig mit diesen Fragestellungen auseinandersetzen. Das richtige Dach ist elementar. Für ein langlebiges Gartenhaus gilt es deshalb, eine fundierte Entscheidung zu treffen. Mit dieser Blogreihe möchten wir Sie dabei unterstützen und Ihnen die verschiedenen Dachtypen im Einzelnen vorstellen. Der letzte Blogbeitrag #4 behandelt den ersten Dachtyp, das Satteldach. Neben allgemeinen Informationen zur Dachbelastung oder Tipps zu unterschiedlichen Dacheindeckungen, werden hier vor allem die spezifischen Eigenschaften des Satteldaches behandelt. Das Satteldach ist eine sehr beliebte Dachform, ebenso wie das Flachdach. Flachdächer bestechen durch ihre klare gerade Form und sind heutzutage sehr populär. Den schlechten Ruf, dass Flachdächer grundsätzlich nicht dicht wären, haben sie schon lange nicht mehr. Technisch vollkommen ausgereift schaffen Flachdächer einen überaus modernen Look. Sie möchten mehr erfahren? Lesen Sie diesen Artikel:

Das Flachdach und sein Ruf

Das damalige schlechte Image hat das Flachdach vor allem häufigen Konstruktionsfehlern und der Wahl von minderwertigem Material zu verdanken. In den 60er- und 70-er Jahren erlebte das Flachdach einen Boom. Jedermann sah die Vorteile bei einem Flachdach. Keine Dachschrägen mehr, der Platz im Gartenhaus kann voll genutzt werden und sogar das Dach selbst bietet durch die gerade Form eine zusätzliche Nutzfläche. Das Flachdach an sich war sehr beliebt, die Technik allerdings noch nicht ganz ausgereift, sodass es öfter zu Problemen kam. Diese Probleme sind mittlerweile schon lange Geschichte. Mit der richtigen Planung, Konstruktion und Materialwahl erlebt das Flachdach nun schon seit längerer Zeit ein Comeback.

Lugarde Flat Roof SummerhouseWas genau ist ein Flachdach?

Bei Flachdächern handelt es sich um Dächer mit einer geringen Dachneigung. Im Vergleich zu anderen Dachtypen ist das Flachdach sehr minimalistisch. Es wirkt überaus modern und bietet viele Möglichkeiten zur Gestaltung. Wichtig ist, dass ein Flachdach niemals komplett gerade ist. Das Regenwasser darf nicht auf dem Dach stehen bleiben und muss abfließen können. Wie das geht? Wie bereits erwähnt, haben Flachdächer einen geringen Dachneigungswinkel – oder genauer gesagt: Die Pfetten eines Daches werden so angebracht, dass zu einer vorgegebenen Richtung ein Wasserabfluss entstehen kann. Dieser entsteht, sofern die einzelnen Dachlatten (Sparren und Holzlatten) auf den Dachpfetten befestigt werden. Die Dachpfetten werden hierbei sozusagen verbunden und eine geneigte Abflussfläche für Regenwasser entsteht. Zum besseren Verständnis zeigt die folgende Grafik die einzelnen Bauteile eines Flachdaches. Bitte beachten: Der schwarze Pfeil zeigt die geneigte Richtung, in die das Wasser später abfließen kann.

Lugarde Flachdach Sparren DachpfettenMit dieser Konstruktion können Sie sicher sein, dass das Regenwasser in eine bestimmte Richtung abläuft. Es bilden sich keine Pfützen auf dem Dach und das Wasser kann nicht von allen Seiten herunterfließen. Wäre das nämlich der Fall, könnte das herunterfließende Wasser gegen die unteren Bretter der Gartenhauswände spritzen. Das darf nicht passieren, denn so könnte das Holz im Laufe der Jahre erheblichen Schaden nehmen. Um sicherzugehen ist es sinnvoll, Windbretter anzubringen, welche in jedem Fall höher als die Dachpfetten, Sparren und Holzlatten sein sollten. So schaffen Sie eine Art „Pool“ und können den Wasserabfluss noch besser steuern. Dank der Windbretter sammelt sich das Wasser auf dem Dach und fließt nicht von allen Seiten herunter. Die Neigung des Daches sorgt dafür, dass das Regenwasser in eine bestimmte Richtung abfließt. Bringen Sie nun noch ein Fallrohr an, kann das komplette Wasser einfach in eine Tonne oder ins Gras abgeleitet werden. So werden die Wände Ihres Gartenhauses vor Regenwasser geschützt. Das Holz bleibt trocken und rottet nicht.

Zur Dachabdeckung bei einem Flachdach

Die richtige Dachabdeckung ist insbesondere bei einem Flachdach von großer Bedeutung. Ein Flachdach benötigt eine robuste Abdichtung, mit der das Dach vor eindringendem Regenwasser geschützt wird. Sollte sich trotz Neigung doch einmal eine Pfütze auf dem Dach bilden, muss die Abdichtung dieser standhalten können. Achten Sie deshalb darauf, ausschließlich hochwertige Materialien zu verwenden. Im Allgemeinen gibt es unterschiedliche Möglichkeiten, wie Sie das Flachdach Ihres Gartenhauses abdecken können. Genannt seien beispielweise Abdichtungen mit Kunststoff oder sogar flüssige Abdichtungen. Besonders beliebt ist eine Dachabdeckung mit Dichtungsbahnen aus EPDM. EPDM ist ein folienförmiger Baustoff aus Kautschuk, welcher qualitativ sehr hochwertig und besonders langlebig ist. Laut SKZ-Test beträgt die Lebensdauer rund 50 Jahre. Eine Dachabdeckung mit EPDM-Folie ist pflegeleicht und besonders resistent gegen UV-Strahlung. Die Folie ist überaus robust und hält nahezu jedem Wetter stand. Wird sie mit Silikon auf dem Dach verklebt, können Sie sicher sein, dass Ihre Dachabdeckung komplett wasserdicht ist. Es handelt sich hierbei um einen Baustoff, dem es überhaupt nichts ausmacht, wenn er konstant mit Wasser in Berührung kommen würde. Aus diesem Grund eignet er sich perfekt für Flachdächer.

Wichtig ist, dass die EPDM-Folie an der Dachkante vernünftig abschließt. Dazu empfiehlt sich ein breiter Dachabschluss aus Aluminium, welcher die EPDM-Folie komplett umschließt. Auf den folgenden Bildern können Sie erkennen, wie genau dieser Abschluss aussieht.

Lugarde Flat Roof EPDM Roof Covering          Lugarde Flat Roof EPDM Roof Covering Corner

Bitte achten Sie darauf, dass die EPDM-Folie in jedem Fall über die Windbretter gezogen wird. Der Aluminiumabschluss umfasst die Folie inkl. Windbretter am höchsten Punkt. Nur so können Sie einen wasserfesten Abschluss garantieren. Ein Flachdach sollte so konstruiert werden, dass sich Regenwasser wie in einem Pool sammelt und dann geregelt in eine Richtung abläuft. Würden Sie die EPDM-Folie nicht über die Windbretter ziehen, wäre dieser „Pool“ undicht und Wasser könnte eindringen.

Eine Dacheindeckung mit EPDM ist richtig verarbeitet besonders wasserfest. Sogar Dachgrün ist möglich, vorausgesetzt Sie haben dieses von vornherein in der Bauplanung berücksichtigt und das Dach ist dafür ausgelegt. Ein Tipp: Lugarde bietet Ihnen ein komplettes EPDM-Paket. Zu jedem Gartenhaus mit Flachdach erhalten Sie einen breiten Aluminiumdachabschluss, EPDM-Folie, Kleber, Silikonabdichtmittel sowie einen Regenwasserabfluss.

Sie finden das Flachdach interessant, wissen aber nicht, ob es das Richtige für Sie ist? In den nächsten Blogbeiträgen gehen wir auf die Besonderheiten anderer Dachtypen ein. Seien Sie gespannt auf wertvolle Informationen zu Pult-, Pyramiden- und asymmetrischen Dächern.

Weitere Blogbeiträge aus dieser Serie

#1 Warum die richtige Holzqualität entscheidend ist
#2 Bausysteme – Worauf Sie achten sollten
#3 Der Einbau von Fenstern und Türen
#4 Das Satteldach – Worauf es ankommt…

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