#4 Das Satteldach – Worauf es ankommt…

30 April 2018| News| Amelia


Einmal wöchentlich geben wir in unserer Reihe „Ein Gartenhaus für die Ewigkeit“ wichtige Tipps rund um den Gartenhaus-Bau. Unsere Architekten und Holz-Spezialisten erklären, wie ein langlebiges Gartenhaus im Detail aussehen sollte. Von der Materialwahl bis hin zur Fertigstellung wird alles erläutert. Werden auch Sie zum Holz-Gartenhaus-Experten!


Sie möchten so lange wie möglich Freude an Ihrem Gartenhaus haben? Wenn es um Langlebigkeit geht, sollten bereits bei der Bauplanung viele Dinge berücksichtigt werden. Neben der richtigen Holzwahl, dem Bausystem und der Auswahl von Fenster und Türen, übernimmt das Dach eine überaus wichtige Rolle. Es gibt die unterschiedlichsten Dachtypen. Ob Flachdach, Pultdach, Pyramidendach, Satteldach oder asymmetrisches Dach – Sie haben die Qual der Wahl.

Was für ein Dach kommt für Sie in Frage? Um Ihnen die Entscheidung leichter zu machen, möchten wir Ihnen in diesem und in den folgenden Blogbeiträgen die einzelnen Dachtypen näher erläutern. Worauf kommt es an? Warum sollte ich mich für welchen Dachtyp entscheiden? Und was gilt es beim Bau zu beachten? Das erfahren Sie hier. Den Anfang macht das Satteldach. Diese Dachform ist sehr beliebt. Sie besitzt zwei geneigte Dachflächen, die sich am höchsten Punkt treffen. In der Regel ist die Seitenneigung dabei gleich groß, es sind aber auch andere Variationen möglich. Das Satteldach lässt sich mit seinem zeitlosen Look perfekt mit anderen Dachformen kombinieren. Es ist sehr robust und überaus beständig gegen Witterung.

Die Belastung eines (Sattel)daches

Dächer werden im Allgemeinen sehr stark beansprucht. Sie sind den unterschiedlichsten Witterungseinflüssen ausgesetzt und müssen deshalb sehr strapazierfähig sein. Ihre Aufgabe ist es, das Gartenhaus vor Wind, Schnee und Regen zu schützen. Möchte man ein Gartenhaus bauen, ist es gerade deshalb besonders wichtig, die Witterungsverhältnisse an seinem Wohnort zu kennen. Je nach geografischer Lage muss das Dach unterschiedlichen Ansprüchen gerecht werden. Im Winter kann das Dach beispielsweise durch Schnee sehr stark belastet werden. Das sollte bei der Bauplanung berücksichtigt werden. Schneelast als Druck, mit dem das Gewicht von Schnee auf das Gartenhaus einwirkt, darf man nicht unterschätzen.

In Deutschland gibt es fünf unterschiedliche Schneelastzonen (1, 1a, 2, 2a, 3). Diese geben an, in welchen Regionen des Landes die Schneelast wie intensiv ausfällt. In den Alpen oder im Bayrischen Wald ist die Schneelast beispielsweise höher (Zone 2 und 3) als im niederrheinischen Tiefland (Zone 1).

Mit einem Online-Schneelastrechner können Sie sich einen guten ersten Eindruck darüber verschaffen, in welcher Schneelastzone Sie sich mit Ihrem Baugrundstück befinden und was das genau für die Konstruktion Ihres Daches bedeutet. Kostenlos verfügbare Online-Tools berechnen schnell und einfach die potenzielle Schneelast pro Quadratmeter für Ihren Wohnort. Das Ergebnis können Sie als ersten Richtwert bei der Wahl Ihres Daches heranziehen. Es ist allerdings wichtig, dass Sie sich nicht zu sehr auf diesen Wert verlassen. Die Daten von Online-Rechnern sind immer ohne Gewähr. Sprechen Sie zum Thema Schneelast auf jeden Fall mit dem örtlichen Bauamt. Oftmals gibt es regional unterschiedliche Auflagen, die Sie bei der Planung berücksichtigen müssen.

Das Dach Ihres Gartenhauses muss die Schneelast tragen können. In Regionen mit einer höheren Schneelast werden Dächer deshalb manchmal verstärkt. Die Notwendigkeit einer Dachverstärkung sollte aber im Vorfeld genau abgeschätzt werden. Der Dachneigungswinkel spielt hierbei eine wesentliche Rolle. Im Grunde lässt sich festhalten, dass, je steiler das Dach, umso schneller rutscht der Schnee ab, sobald er ein bestimmtes Volumen erreicht hat. Und desto größer der Dachneigungswinkel, desto länger kann Schnee auf dem Dach liegen bleiben, weshalb eine Dachverstärkung zwingend erforderlich sein kann. Entscheiden Sie sich für ein Satteldach, haben Sie den Vorteil, die Dachneigung möglichst frei gestalten zu können. Dank der Konstruktion sind viele unterschiedliche Dachneigungen möglich. Klären Sie aber in jedem Fall ab, ob eine Dachverstärkung in Ihrem Fall notwendig ist oder nicht.

Zur Dacheindeckung bei einem Satteldach

Neben den unterschiedlichen Gestaltungsmöglichkeiten bei der Dachneigung hat das Satteldach gegenüber anderen Dachtypen noch weitere Vorteile. Beispielsweise begünstigt es eine Dacheindeckung aus umweltfreundlichen Naturmaterialien. Somit wäre es sogar möglich, sein Gartenhaus mit einem Reetdach zu versehen. Dies ist allerdings sehr kostenintensiv. Empfehlenswert für ein Gartenhaus ist eine Dacheindeckung mit Bitumenschindeln. Diese bestehen aus einer Glasvlies-Trägerschicht, auf die Bitumen aufgebracht werden. Bitumenschindeln sind sehr viel leichter als normale Dachziegel. Und dank unterschiedlichster Formen und Farben können Sie Ihrem Gartenhaus hiermit einen individuellen Look verleihen.

Ein Dach muss wasserfest sein. Mit den richtigen Bitumenschindeln sind Sie dabei auf der sicheren Seite. In Amerika werden mit Bitumenschindeln sogar ganze Wohnhäuser eingedeckt. Es handelt sich um eine bewährte Form der Dacheindeckung, was aber nicht bedeutet, dass jede Bitumenschindel auch für Ihr Dach geeignet ist. Gerade bei Bitumenschindeln ist es besonders wichtig, dass Sie darauf achten, ausschließlich hochwertige Schindeln zu verwenden. Hinsichtlich der Qualität gibt es nämlich große Unterschiede. Einen hohen Qualitätsanspruch finden Sie beispielsweise bei Lugarde. Erwerben Sie Ihre Schindeln hier, können Sie sicher sein, eine wasserfeste Dacheindeckung zu bekommen. Der große Vorteil bei den Schindeln von Lugarde ist, dass die einzelnen Schindel-Reihen durch Sonneneinwirkung miteinander verkleben und somit komplett wasserdicht und windfest sind. Eine zusätzliche Schutzfolie ist in den meisten Fällen nicht mehr nötig.

Entscheiden Sie sich für Bitumenschindeln, müssen Sie auch wieder die Neigung Ihres Satteldaches berücksichtigen. Wählen Sie Ihre Schindeln erst, nachdem der genaue Dachneigungswinkel Ihres Gartenhauses feststeht. Die Bitumenschindeln müssen für Ihr Dach ausgelegt sein – und dazu muss auch der jeweilige Dachneigungswinkel herangeszogen werden. Desto flacher das Satteldach, desto eher kann Regenwasser auf dem Dach stehen bleiben. In diesem Fall ist es umso wichtiger, hochwertige Bitumenschindeln zu verwenden. Minderwertige Schindeln könnten Schaden nehmen und undicht werden.

Der Aufbau eines Satteldaches

Beim Aufbau eines Satteldaches gibt es einiges zu beachten. Es gibt unterschiedliche Möglichkeiten, ein Dach zu befestigen. Eine Konstruktion, die sich aber wirklich bewährt hat, ist folgende: Zunächst werden einzelne Dachträger bzw. -balken in davor vorgesehenen Einkerbungen auf der oberen Kante der bereits stehenden Wandteile gesteckt. Damit nichts verrutschen kann, müssen diese im nächsten Schritt ordnungsgemäß verschraubt werden. Auf den folgenden Bildern können Sie erkennen, wie genau die Schrauben sitzen müssen, um ausreichenden Halt zu gewährleisten. Bitte beachten Sie: Mit den Trägern steht und fällt Ihr Dach. Deshalb ist es gerade an dieser Stelle besonders wichtig, ganz genau zu arbeiten.

Sind die Träger fest verschraubt, wird das Dach mit Holzlatten versehen. Dazu ist es sinnvoll, wie bereits schon bei den Wandteilen des Gartenhauses, mit Holzbrettern zu arbeiten, die mit Feder und Nut ausgestattet sind. Mit einer Feder- und Nut-Verbindung können die fertigen Dachplatten nicht verrutschen und sind sehr stabil. Zudem ist mit dieser Technik ein zusätzlicher Schutz gegen Wind und Wasser gegeben.

Zu berücksichtigen ist, dass Holz arbeitet. Aufgrund unterschiedlicher Witterungsverhältnisse kann Holz wachsen oder schrumpfen. Achten Sie deshalb darauf, dass Sie 1mm Platz zwischen der Feder und der Nut lassen. Auf der folgenden Abbildung können Sie erkennen, was genau damit gemeint ist. Liegt die Feder in der Nut komplett auf, kann das Holz sich nicht mehr ausreichend bewegen und es kann Probleme geben. Im schlimmsten Fall enstehen Risse im Holz und das Dach wird undicht.

Des Weiteren ist es wichtig, auf die genaue Lage der Holzlatten zu achten. Beginnend an höchster Stelle, also auf der Spitze des Daches, ist es zwingend erforderlich, die Holzbretter so gerade wie möglich zu positionieren. Das Dach soll das Eindringen von Wasser verhindern. Desto gerader die Holzbretter aneinander liegen, desto höher ist die Wasserdichte.

Sie möchten mehr über die verschiedenen Dachformen erfahren? Dann bleiben Sie am Ball. In den nächsten Blogbeiträgen behandeln wir weitere Dachformen. Vor- und Nachteile, Tipps bei Aufbau und weitere wissenswerte Infos rund ums Dach geben Ihnen einen guten Einblick. Wofür Sie sich bei Ihrem Gartenhaus entscheiden, wissen wir nicht. Wir können Ihnen aber dabei helfen, eine fundierte Entscheidung zu treffen.

Weitere Blogbeiträge aus dieser Serie

#1 Warum die richtige Holzqualität entscheidend ist

#2 Bausysteme – Worauf Sie achten sollten

#3 Der Einbau von Fenstern und Türen

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